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Martin Creed bereichert die Zeitgenössische Kunst mit seinem weitreichenden Humor. Rhythmus, Ordnung, Gegensätzliches, Skalen, Dingen des Alltags, simple Ideen sind genauso Gegenstand seiner Kunst wie Neonschriften, Filme und Performances. Creed ist in allen Medien zu Hause. Unvergessen bleibt die Aktion Work No.1197. All The Bells, in der drei Minuten die Glocken im gesamten United Kingdom die Olympischen Spiele von 2012 einläuteten und somit den Gemeinschaftsgeist der Spiele beschworen. Oder etwa Work No. 850 von 2008, die darin besteht, dass alle 30 Sekunden ein Läufer so schnell er kann durch die Galerie der Tate Britain sprintet und die museale Mußestunde zur Hatz werden lässt. Seine minimalistisch geprägten Arbeiten gehen gedanklich weit über das eigentliche Sichtbare hinaus und lösen Reflexionen und Assoziationen aus.
Das 2011 entstandene single Video Work No. 1090. Thinking/Not Thinking reflektiert, was der Title der Arbeit beschreibt: "I was thinking… and then I wasn't thinking… and then I was thinking… thinking, not thinking", lautet der simple Text von Creeds gesungenem und seiner Band Owada begleiteten Song. In diesem Musikvideo werden zwei Hunde in Szene gesetzt die gegensätzlicher nicht sein könnten. Sparky, ein kleiner Chihuahua, und Orson, ein großer irischer Wolfshund, übernehmen die Rolle von "Thinking" und "Not Thinking". Sparky mit seinen kurzen trippelnden Schritten als der Denker mit dem Versuch wichtig zu sein, Orson schwerfällig als Nicht-Denker mit eher ungeschicktem Verhalten. Sobald Martin thinking singt, betritt der kleine Sparky mit schnellen Schritten die Szene, ertönt not thinking trottet der schwerfällige Orson vorbei. Sie kommen ins Bild und verlassen dieses, so wie der Liedtext und die Beates es vorgeben. Tiefgreifend oder einfach nur lustig, wie so viele Arbeiten des Konzeptkünstlers Creed. Orson und Sparky werden auch in München zu Gast sein, die Einladungskarte zeigt sie am Set zu Thinking/Not Thinking.
Martin Creed ist einer der bekanntesten Künstler Großbritanniens und Gewinner des Turner Prizes von 2001 mit seinem Work No. 227. The Lights Going On And Off. Geboren wurde er 1968 in Wakefield, England, aufgewachsen ist er in Glasgow, Schottland. Von 1986 bis 1990 studierte er an der Slade School of Fine Art in London. Creed lebt und arbeitet in London und Alicudi, eine Insel bei Sizilien. Seine Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen Museumsausstellungen gezeigt, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Moscow Museum of Modern Art, das Centre Pompidou-Metz, die Tate Modern in London und das Van Abbemuseum in Eindhoven.

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Martin Creed14.09.2013 – 19.10.2013
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